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Camorra - Neapel und die Mafia

Camorra - Neapel und die Mafia

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ITA, 2018 | LĂ€nge 71 Min, ab 16

Inhalt:

Organisierte KriminalitĂ€t in Neapel hat viele Gesichter, aber nur einen Namen: Die Camorra. Mit einer FĂŒlle von bisher nie gezeigtem Archivmaterial zeichnet Francesco Patierno ein stimmungsvolles Bild von Neapel und der Entwicklung der berĂŒhmten Camorra zwischen 1960 und 1990 - von ihrer Etablierung ĂŒber ihre Unterordnung in die italienische Mafia bis zu ihrer Neuordnung unter Boss Raffaele Cutolo zu einer einflussreichen, gewalttĂ€tigen und kriminellen Einheit. In der völlig verarmten Region um Neapel herrscht in den Nachkriegsjahren hohe Arbeitslosigkeit. Der Schwarzmarkt ist so groß wie der legale Markt und der Schmuggel von Zigaretten ist weit verbreitet. KriminalitĂ€t bildet fĂŒr Tausende in der Stadt ihre Existenzgrundlage, auch fĂŒr Kinder, die schon frĂŒh anfangen zu stehlen oder sich am Verkauf der illegalen Zigaretten beteiligen. Selbst der BĂŒrgermeister der Stadt billigt den Verkauf - ihn zu verbieten, wĂŒrde die KriminalitĂ€t nur weiter fördern. Francesco Patierno sagt von seiner Heimatstadt, sie sei kein Ort der Rebellion - die (dringend benötigte) soziale Revolution ist ausgeblieben. Die Camorra hingegen ist aus einer Stadt heraus geboren, in der die Armut und miserablen LebensumstĂ€nde die Menschen beherrschen, eine Stadt, die vom Staat vergessen worden zu sein scheint. Die Camorra brachte Struktur in die gesellschaftliche Unordnung und bildete ein soziales GefĂŒge. Von den fĂŒhrenden Institutionen wird IllegalitĂ€t als Sicherung der Existenz toleriert - solange dies nicht die politische Hegemonie und Kontrolle bedroht. Doch nach der Einordnung der Camorra in die Strukturen der geschieht genau das. Als sich die Mafia in den 60er Jahren finanziell in den ansteigenden lukrativen Drogenschmuggel involviert, wird Neapels Camorra als Arm der Mafia untergeordnet. Die etablierten Strukturen geraten mehr und mehr außer Kontrolle. In dieses GefĂŒge tritt die charismatische Figur des Raffaele Cutolo, dem sich Patierno im letzten Teil des Filmes widmet. Aus dem GefĂ€ngnis heraus bringt er die Camorra unter seine Kontrolle und strukturiert sie neu zu einer kriminellen Industrie. Er rekrutiert junge Kriminelle, denen er beibringt, dass Gewalt sie nicht zu Außenseitern, sondern zu jemand Wichtigem macht. Unter seiner Herrschaft kommt es zwischen 1980-81 zu GewaltausbrĂŒchen mit mehr als 200 Toten in KĂ€mpfen mit rivalisierenden Clans. In Interviews ist Cutolo unbesorgt, smart und spielt mit Worten. Er sitzt noch heute seine GefĂ€ngnisstrafe ab - viermal lebenslĂ€nglich. Dank der Stunden und Stunden an Archivmaterial des öffentlich-rechtlichen Senders RAI und untermalt mit Musik der neapolitanischen SĂ€ngerin Meg, kreiert Regisseur Francesco Patierno ein einzigartiges Stimmungsbild. Weniger ein historisches Dokument oder journalistisches ExposĂ©, ist "Camorra" vielmehr eine Reflexion ĂŒber Neapel, seine Bewohner und eine der mĂ€chtigsten Mafia-Organisationen, die zum Nachdenken anregt.

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Informationen zum Film: Camorra - Neapel und die Mafia

Organisierte KriminalitĂ€t in Neapel hat viele Gesichter, aber nur einen Namen: Die Camorra. Mit einer FĂŒlle von bisher nie gezeigtem Archivmaterial zeichnet Francesco Patierno ein stimmungsvolles Bild von Neapel und der Entwicklung der berĂŒhmten Camorra zwischen 1960 und 1990 - von ihrer Etablierung ĂŒber ihre Unterordnung in die italienische Mafia bis zu ihrer Neuordnung unter Boss Raffaele Cutolo zu einer einflussreichen, gewalttĂ€tigen und kriminellen Einheit. In der völlig verarmten Region um Neapel herrscht in den Nachkriegsjahren hohe Arbeitslosigkeit. Der Schwarzmarkt ist so groß wie der legale Markt und der Schmuggel von Zigaretten ist weit verbreitet. KriminalitĂ€t bildet fĂŒr Tausende in der Stadt ihre Existenzgrundlage, auch fĂŒr Kinder, die schon frĂŒh anfangen zu stehlen oder sich am Verkauf der illegalen Zigaretten beteiligen. Selbst der BĂŒrgermeister der Stadt billigt den Verkauf - ihn zu verbieten, wĂŒrde die KriminalitĂ€t nur weiter fördern. Francesco Patierno sagt von seiner Heimatstadt, sie sei kein Ort der Rebellion - die (dringend benötigte) soziale Revolution ist ausgeblieben. Die Camorra hingegen ist aus einer Stadt heraus geboren, in der die Armut und miserablen LebensumstĂ€nde die Menschen beherrschen, eine Stadt, die vom Staat vergessen worden zu sein scheint. Die Camorra brachte Struktur in die gesellschaftliche Unordnung und bildete ein soziales GefĂŒge. Von den fĂŒhrenden Institutionen wird IllegalitĂ€t als Sicherung der Existenz toleriert - solange dies nicht die politische Hegemonie und Kontrolle bedroht. Doch nach der Einordnung der Camorra in die Strukturen der geschieht genau das. Als sich die Mafia in den 60er Jahren finanziell in den ansteigenden lukrativen Drogenschmuggel involviert, wird Neapels Camorra als Arm der Mafia untergeordnet. Die etablierten Strukturen geraten mehr und mehr außer Kontrolle. In dieses GefĂŒge tritt die charismatische Figur des Raffaele Cutolo, dem sich Patierno im letzten Teil des Filmes widmet. Aus dem GefĂ€ngnis heraus bringt er die Camorra unter seine Kontrolle und strukturiert sie neu zu einer kriminellen Industrie. Er rekrutiert junge Kriminelle, denen er beibringt, dass Gewalt sie nicht zu Außenseitern, sondern zu jemand Wichtigem macht. Unter seiner Herrschaft kommt es zwischen 1980-81 zu GewaltausbrĂŒchen mit mehr als 200 Toten in KĂ€mpfen mit rivalisierenden Clans. In Interviews ist Cutolo unbesorgt, smart und spielt mit Worten. Er sitzt noch heute seine GefĂ€ngnisstrafe ab - viermal lebenslĂ€nglich. Dank der Stunden und Stunden an Archivmaterial des öffentlich-rechtlichen Senders RAI und untermalt mit Musik der neapolitanischen SĂ€ngerin Meg, kreiert Regisseur Francesco Patierno ein einzigartiges Stimmungsbild. Weniger ein historisches Dokument oder journalistisches ExposĂ©, ist "Camorra" vielmehr eine Reflexion ĂŒber Neapel, seine Bewohner und eine der mĂ€chtigsten Mafia-Organisationen, die zum Nachdenken anregt.
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