Hexenjagd

Klassiker
CZE, 1969 | Länge 102 Min, ab 16
Inhalt:
Es ist das Ende des 17. Jahrhunderts. Die Gräfin von Böhmen veranlasst die Bekämpfung der Hexerei. Eine schreckliche Jagd beginnt.
Schauspieler:
Josef Blaha
Eduard Cupak
Elo Romancik
Weniger Infos | Cast

Hexenjagd - Informationen zum Film

Der Historienfilm Hexenjagd stammt aus dem Jahre 1969 und thematisiert die Hexenprozesse der späten Neuzeit. Trotz seines Alters hat er nichts von seiner Faszination verloren, behandelt er doch auf eindringliche Weise die Zerstörung der Menschlichkeit und deren fatale Folgen.

Wir schreiben das Jahr 1678: Die Bettlerin Marina nimmt an der heiligen Kommunion teil. Statt die Hostie zu essen, legt sie sie jedoch in ein Tuch, das sie anschließend in ihre Tasche steckt. Ein übereifriger Ministrant beobachtet die Szene und meldet das Gesehene umgehend dem Pfarrer, denn schließlich handelt es sich hier um einen Diebstahl. Marina gibt an, im Auftrag einer Dorfbewohnerin zu agieren: Die Hostie sei für eine Kuh bestimmt, die keine Milch mehr gibt. Der fanatische Pfarrer der Gemeinde ist entsetzt und erstattet der Gräfin und dem örtlichen Dekan Bericht. Dieser ist für seine Zeit zwar ausgesprochen liberal gesinnt, findet jedoch kein Gehör, sodass der kaltblütige Inquisitor Bobling beauftragt wird. Bobling ist ein korrupter Hexenjäger, der seine Macht skrupellos ausnutzt und den Angeklagten keine Chance zur Verteidigung lässt. Von nun an ist niemand mehr vor falschen Beschuldigungen und somit vor dem Tod auf dem Scheiterhaufen sicher.

Der Film liefert ein authentisches Bild der Hexenprozesse von Groß Ullersdorf/Nordmähren, die von 1678 bis 1695 stattfanden. Darüber hinaus reflektiert er auf kritische Weise Ereignisse der jüngeren Geschichte, zum Beispiel Stalins Säuberungen von 1951 und den Slánský-Prozess von 1952. Dabei kommen verschiedene spirituelle Strömungen zu Wort, so etwa die der Intellektuellen und der liberalen/radikalen Geistlichen.

Fazit: Der Regisseur Otakar Vavra erzählt in Hexenjagd eine mitreißende Geschichte, die faszinierend und erschreckend zugleich ist. Er beschönigt nichts, verzichtet jedoch bewusst auf Gewaltexzesse – dennoch ist der Historienfilm nichts für zarte Gemüter. Es handelt sich um ein Drama, das nachwirkt und das man so schnell nicht mehr vergisst. Das ist auch der exzellenten Ausstattung und den hervorragenden Darstellern geschuldet, allen voran Josef Blaha und Eduard Cupak. Hexenjagd wurde in Schwarz-Weiß gedreht und ist Teil der Reihe Vergessene Historienfilme. Nicht nur historisch Interessierte werden von diesem eindringlichen Meisterstück in den Bann gezogen, auch alle anderen sollten sich Hexenjagd nicht entgehen lassen!

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