Der Bungalow des Grauens

Witwe Edith lebt seit über vier Jahrzehnten in einer Kleingartensiedlung in Berlin. Völlig auf sich allein gestellt hat sie die Kontrolle über ihren kleinen Bungalow schon vor Jahren verloren. Die Bausubstanz hat sich stark zersetzt und dem sich ausbreitenden Chaos den Weg geebnet. Da nur noch ein einziger Raum bewohnbar ist, fristet Edith ihre trüben Tage im dunklen Wohnzimmer - ein trauriger Lebensabend, den sich die Witwe so nie erträumt hätte. Jahrelang hatte Edith ihren schwer kranken Mann gepflegt und parallel versucht, das Haus in Schuss zu halten. Doch an dem in die Jahre gekommenen Bungalow traten immer mehr Schäden auf. Nach dem Tod ihrer großen Liebe 2002 gibt sich die Witwe zeitweise völlig auf. Die ursprünglich sehr ordentliche Edith lässt den Haushalt schleifen, große Unordnung kehrt ein, und der bauliche Verfall nimmt stetig zu. 2008 kann sich die Rentnerin dann durch einen Oberschenkelhalsbruch lange Zeit kaum bewegen und schläft aus der Not heraus im Wohnzimmer auf der Couch. Das Chaos gewinnt nun endgültig die Oberhand: Schlafzimmer und Küche sind nicht mehr benutzbar, und die 67-Jährige fristet ihre Tage und Nächte in der düsteren Stube, dem einzigen noch bewohnbaren Raum in ihrem Bungalow des Grauens. Um ihrer Einsamkeit zu entfliehen, besucht die Witwe fast täglich ihre Freundinnen Anneliese und Dagmar, die nur wenige Gehminuten entfernt in der Laubenpieperkolonie wohnen. Die beiden Frauen machen sich große Sorgen um die alleinstehende Edith. Doch auch sie sind weder körperlich noch finanziell in der Lage, ihrer Freundin beim Aufräumen und bei der Sanierung ihres Häuschens zu helfen. Der Bungalow des Grauens muss komplett entrümpelt und anschließend grundsaniert werden. Erst wenn auch die vielen versteckten Schäden behoben sind, kann das kleine Häuschen altersentsprechend für die 67-jährige Edith hergerichtet werden, damit diese sich endlich in ihrem Zuhause richtig wohlfühlen und ihren Lebensabend zusammen mit ihren Freundinnen genießen kann.